Ergeht es dir so wie mir, dann fühlst du dich wahrscheinlich auch in Drogerie-Märkten völlig überfordert! Zu viel Auswahl, unverständliche Sprache auf den Verpackungen und lange Inhaltsangaben machen es schwer zu entschlüsseln, was für ein Produkt man gerade ansieht. Ich bin gelernte Kosmetikerin (ich war in der Kosmetikschule, habe eine dreijährige Lehre in ein Luxushotel absolviert und arbeitete zwei Jahre selbstständig als Kosmetikerin bevor ich mich ganz auf Make-up konzentrierte) und Beauty Produkte einzukaufen empfinde ich trotzdem immer noch als eine Herausforderung!

Meiner Erfahrung nach, haben die meisten Frauen/Männer ein Problem damit den eigenen Hauttyp zu erkennen. Es verfügt ja auch nicht jeder über die finanziellen Mittel um einen Schönheitssalon aufzusuchen, um diese wichtige Information zu erhalten. Und wenn doch, dann ist es eine schwierige Aufgabe einen Salon zu finden die auch gut ausgebildete KosmetikerInnen beschäftigt. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden diesen Post zu Schreiben. Mein Ziel ist es euch mit den Basis-Info’s zu versorgen, damit ihr besser ausgestattet seid um die richtigen Produkte zu kaufen – ohne dafür vorher einen Spezialisten aufsuchen zu müssen. Ich werde alles ganz einfach halten (und unwissenschaftlich, also spart euch die Mühe liebe Nerds), damit ihr euch nicht erneut überfordert fühlt!

HAUT BASICS:

Sehr, sehr einfach ausgedrückt: die Haut braucht Fett und Feuchtigkeit. Manche Hauttypen brauchen mehr Fett, andere mehr Feuchtigkeit, wieder andere brauchen mehr von beidem.

Unten sind fünf einfache Wege um den eigenen Hauttyp selbst zu testen. Diese Tests sollten NICHT direkt nach der Gesichtswäsche, oder mit einem vollen Gesichts Make-up erfolgen. Die beste Zeit um die Haut zu testen ist morgens, bevor du deinen Gesicht wäschst – vorausgesetzt die Haut wurde am Vorabend gereinigt. Für den 5. Test benötigst du kosmetisches Löschpapier, welches in den meisten Drogeriemärkten verkauft wird.

Wie man erkennt ob die Haut über genug Feuchtigkeit verfügt:

1. Stelle dich vorm Spiegel und drücke deine Wange mit einem Finger leicht nach oben. Wenn du ganz kleine, feine Knitterfältchen siehst, dann könnte das bedeuten, dass deine Haut ein wenig durstig ist (das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass es auch mehr Fett braucht). Weist deine Haut keine Knitterfältchen auf, dann ist die Haut mit hoher Wahrscheinlichkeit gut durchfeuchtet.

2. Überprüfe die Haut auf feinste Schüppchen. Schuppige Haut kann ein Hinweis auf mangelnde Feuchtigkeit sein. Hierfür ist ein Spiegel mit Lupe ganz hilfreich, aber nicht unbedingt notwendig.

3. (Dieser Test sollte als einziger nach der Gesichtswäsche erfolgen, aber siehe zu, dass du Test 4 & 5 (unten) vorher erledigst!) Wasche dein Gesicht und warte ein paar Minuten bevor du deine Tagescreme aufträgst. Achte darauf wie sich deine Haut anfühlt. Spannt die Haut? Juckt es gar ein wenig? Wenn ja, dann ist es gut möglich, dass deine Haut einen guten Drink braucht! (N.B. Dies könnte aber auch bedeuten, dass dein Gesichtswaschmittel etwas zu harsch ist und der Haut Feuchtigkeit und Fette entzieht. Also vergewissere dich, dass du einen milden Gesichtswaschmittel verwendest.)

Wie man erkennt ob die Haut über genug Fett verfügt:

4. Betrachte deine Haut im Spiegel. Glänzt es an bestimmten Stellen? Wenn nein, dann ist die Haut vermutlich nicht fettig. Wenn ja, berühre die Haut an den glänzenden Stellen (mit sauberen, trockenen Fingern) und schaue auf die Fingerspitzen um zu sehen ob sie glänzen. Achte darauf ob sie sich auch fettig anfühlen. Glänzen die Fingerspitzen nur ein wenig und fühlen sie sich kaum fettig an, dann ist die Fettproduktion der Haut wahrscheinlich normal. Sind die Fingerspitzen sehr glänzend und fühlen sich diese auch ziemlich fettig an, dann deutet dies auf eine übermäßige Fettproduktion der Haut hin.

5. Nehme mit sauberen, trockenen Fingern ein Stück kosmetisches Löschpapier in die Hand. Drücke verschiedene Stellen des Papiers für ein paar Sekunden an unterschiedliche Hautstellen an. Dort wo das Papier fast durchsichtig erscheint, produziert die Haut zu viel Fett.

Manche Hautspezialisten nehmen auch die Größe der Hautporen in Betracht um den Hauttyp zu bestimmen. Ich habe das bewusst weggelassen, da die Größe der Poren auch von anderen Faktoren beeinflusst wird, wie z.B.: Rauchen. Ich habe auch Klienten erlebt, die eine sehr fettige, aber dennoch sehr feinporige Haut hatten. Also ist die Faustregel: kleine Poren = trockene Haut / große Poren = fettige Haut, meiner Meinung nach, nicht immer gültig!

HAUTTYPEN:

Nicht alle Kosmetikfirmen verwenden den selben Fachjargon und keine zwei Hauttypen gleichen sich völlig, dennoch müssen wir irgendwie unseren Hauttyp beschreiben können und die passenden Produkten dafür finden. Aus diesem Grund werden die Hauttypen (meistens) in den folgenden Kategorien unterteilt:

Normale Haut:

Das bedeutet, dass die Haut sowohl über genug Feuchtigkeit, als auch über genug Fett verfügt und auch sonst keine Anomalien aufweist, wie z.B. Hautirritationen.

Trockene Haut:

Meistens deutet diese Bezeichnung darauf hin, dass die Haut mehr Feuchtigkeit und mehr Fett benötigt. Wenn du diesen Hauttyp hast, dann könnten feine Knitterfältchen bei leichtem Druck auf der Haut zu sehen sein, deine Haut ‘spannt’ womöglich nach dem Waschen, es könnten kleine Schüppchen zu sehen sein und die Haut könnte überwiegend Feinpörig sein.

Mischhaut:

Die Haut verfügt über ausreichend Fett, aber zu wenig Feuchtigkeit oder vice-versa.

Fettige Haut:

Die Haut verfügt über genug Feuchtigkeit, produziert aber zu viele Fette.

Sensible Haut:

Sensible Haut kann einer der oben genannten Hauttypen sein, aber zusätzlich reagiert es sensibel auf gewisse Inhaltsstoffe in den Produkten. Nach dem Auftragen von Produkten kann die Haut ein wenig gerötet oder irritiert sein. Wer sensible Haut hat, sollte stark parfümierte Produkte und diejenigen mit einer langen Liste von Inhaltsstoffen meiden. Die Produkte müssen nicht Naturkosmetik sein, da natürliche Inhaltsstoffe die Haut genauso irritieren können wie synthetische. Wenn es wirklich schwer fällt gut verträgliche Produkte zu finden, dann wäre es sinnvoll einen Spezialisten aufzusuchen um einen Allergie Test zu machen. Danach weiß man welche Inhaltsstoffe zu vermeiden sind.

Reife Haut: 

Zusätzlich zu Fett und Feuchtigkeit, benötigt Reife Haut auch Nährstoffe – wobei ich zugeben muss, dass ich skeptisch bin ob Nährstoffe in Cremen von der Haut überhaupt aufgenommen und verarbeitet werden. Persönlich, glaube ich, dass die Haut nur von Innen ernährt wird und dass Schönheitsprodukte keine langen Listen von exotischen und teueren Inhaltsstoffen benötigen. Meiner Erfahrung nach, ist die richtige Balance zwischen Fett- und Feuchtigkeitsgehalt alles was die Haut wirklich benötigt.

Ich sollte noch erwähnen, dass alle angeführten Hauttypen unter Akne, Pickel, Unreinheiten etc. leiden können. Es ist ein weiterverbreiteter Irrglaube, dass z.B. eine trockene Haut keine Pickel bekommt. Tatsächlich ist es aber so, dass die trockene Haut manchmal so trocken ist, dass die Hauteigenen Fette nicht ausreichend ausgeschieden werden können und dass kann Unreinheiten verursachen.

Zu guter Letzt sollte man sich immer bewusst sein, dass die Haut ein Organ ist. Es arbeitet nicht immer gleich und deshalb verändert es sich andauernd. Es verhält sich also nicht jeden Tag auf die gleiche Weise, daher: achte darauf wie sich deine Haut anfühlt, bevor du sie dick beschmierst mit Creme die sie Heute vielleicht gar nicht braucht, morgen aber doch!

 Falls ihr Fragen oder Anregungen habt, einfach unten kommentieren und ich melde mich umgehend!

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