Im Folgenden, werde ich mich auf Make-up Begeisterte (MUB) und nicht Make-up Begeisterte (NIMUB) beziehen. Diese beiden Gruppen neigen dazu sich gegenseitig das Leben schwer zu machen. Die MUBs sagen ignorante Dinge wie, “OMG, ich kann nicht glauben, dass du gar kein Make-up trägst – ich wünschte ich wäre so selbstbewusst!” und NIMUBs geben herablassende Meldungen von sich wie, “Weißt du, ich bin einfach nicht der Meinung, dass ich Make-up brauche und ich möchte mich auf keinen Fall verstellen…” Bäh! Ich finde beide Einstellungen einfach zum kotzen, denn keiner dieser beiden Gruppen ist besser als die andere.

Dieser Blogpost ist nicht dazu gedacht NIMUBs in MUBs (oder vice versa) zu konvertieren. Aber in letzter Zeit wurde ich des öfteren in Diskussionen zu diesem Thema verwickelt und dabei stand eines immer im Vordergrund: es scheint als würden MUBs generell als oberflächlicher gesehen werden als NIMUBs und dass die Schminkerei als ganz besonders eitel gilt.

Aber warum ist das so? Wir alle waschen uns (hoffentlich) und putzen unsere Zähne, wir tragen schöne Klamotten, gehen zum Friseur, halten uns fit etc. Aber im Vergleich zum Schminken, scheinen alle diese Maßnahmen als viel weniger eitel zu gelten. Wie kommt’s? Ist es weil make-up (primär) für Frauen gedacht ist? Ist es weil das Schminken nichts mit Schutz gegenüber den Elementen, mit Gesundheit oder Hygiene zu tun hat und daher für unser Überleben völlig unnötig ist? Wenn die Tatsache, dass das Schminken unnötig ist dafür verantwortlich ist, dass es als besonders eitel gilt, dann müssten doch Haare färben, schneiden und stylen; die Verwendung von Gesichts-, Körperpflege und Parfum; ästhetische Kleidung tragen und jegliche Bewegung die 30 Min. täglich übersteigt (denn so viel braucht der Körper um gesund zu sein, laut WHO) ebenso als eitel gelten. Dies ist aber generell nicht der Fall, also kann die Unnötigkeit kaum der Grund sein für das Eitelkeits-Stigma…

Manche argumentieren, dass das Schminken anti-feministisch sei, dass sich Frauen durch das auflegen von Make-up den gesellschaftlichen Schönheitsidealen beugen. Aber das kann doch nur der Fall sein wenn man sich bloß schminkt um andere zu imponieren. Wenn Frauen make-up tragen, weil sie es von sich aus tun wollen und weil sie sich dadurch besser fühlen, dann unterwerfen sie sich nicht den Standards Anderer. Wenn eine Frau sich total unwohl fühlt wenn sie ungeschminkt ist, warum sollte sie sich dann nicht schminken? Nur um nicht eitel zu wirken, oder damit es nicht so aussieht als würde sie sich dem sozialen Druck beugen? Macht sie sich dann nicht erst recht gefügig?

Normalerweise, trage ich täglich ein bisschen Make-up. Wenn ich ausgehe oder arbeite trage ich auch mal mehr. Ich liebe Make-up, ich genieße es, gut geschminkte Gesichter zu betrachten und meine Berufswahl macht deutlich, dass ich eine MUB bin! Allerdings, trage ich nur Make-up wenn ich es will und ich tue es auch für mich. An den Tagen wo die aufgeschlossene Seite meiner Persönlichkeit sich der Welt verschließt, hilft ein wenig Make-up um mich besser zu fühlen. Es kann meine Stimmung heben und mir den zusätzlichen Antrieb geben den ich brauche um alles zu erledigen. Und tatsächlich bin ich da nicht die einzige:

Eine Studie im Journal of Cosmetic Science zeigt, dass über die einfache Applikation von Farben auf das Gesicht hinaus, Make-up die Menschen dabei hilft mit ihrem eigenen Selbstbild, mit Emotionen und verschiedenen Stimmungen umzugehen. Aus diesem Grund kann Make-up Applikation als eine tägliche Routine angesehen werden die dabei hilft mit negativen Einflüssen und/oder positiven Einflüssen, in Bezug auf das Selbstbild und dem sozialen Umfeld umzugehen. Die Wissenschaftler hinter der Studie konstatieren auch, dass ihre Resultate eine Verbindung zwischen Kosmetik und Wohlbefinden bestätigen und dass ihre Ergebnisse Initiativen unterstützen wie das “Look Good… Feel Better” Program – ein Program welches Frauen dabei hilft mit der Änderung ihres Aussehens nach Krebsbehandlungen umzugehen (vgl. Korichi et al 2008, S. 136). Das Program zeigt den Frauen wie sie ihre Gesichter trotz fehlenden Wimpern und Augenbrauen mit Make-up vorteilhaft betonen können; was zu gesteigertem Wohlbefinden und Selbstvertrauen führen soll.

Damit ist es also offiziell: Make-up steigert das Wohlbefinden!

Natürlich, könnten wir jetzt darüber diskutieren wie Frauen in einer Weise konditioniert wurden, dass sie sich durch gutes Aussehen besser fühlen. Aber dafür müssten wir in die Zeitgeschichte, zur ersten Frau die sich je geschmückt hat, zurückreisen – und das würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen!

Unterm Strich kann man getrost behaupten, dass es sich beim Schminken nicht nur um Eitelkeit dreht. Make-up hilft Frauen ihre Persönlichkeit nach Außen zu tragen und viele Frauen fühlen sich mit Make-up einfach besser. Also, meine lieben MUBs, vergesst die Schuldgefühle! Und hört auf davor Angst zu haben, dass ihr eitel wirkt. Seid wandelbar und schminket euch!

 

 

Was ist eure Meinung zu diesem Thema? Einfach unten kommentieren und ich melde mich umgehend! 

 

Referenzen:

Rodolphe Korichi, Delphine Pelle-de-Queral, Germaine Gazano & Arnaud Albert (2008): Why women use make-up: Implication of psychological traits in makeup functions. In: Journal of Cosmetic Science, 59, 127-137.

http://www.who.int/dietphysicalactivity/factsheet_adults/en/

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